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Elektrofahrzeuge und Photovoltaik – das Modell für eine zukunftsfähige Elektromobilität

Ein Pluspunkt der Elektromobilität ist die perfekte Kombinierbarkeit mit erneuerbaren Energien. Mit Strom aus PV-Anlagen können Elektrofahrzeuge betrieben und Ladestationen gespeist werden. Im Idealfall wird das Elektrofahrzeug mit Solarstrom direkt vom eigenen Dach geladen. Elektrofahrzeuge sind deutlich effizienter als herkömmliche Verbrenner. So kann eine PV-Anlage mit einer Leistung von drei Kilowattpeak bei einem Einfamilienhaus in Deutschland jährlich genügend Strom liefern, um ein E-Auto rund 14.000 Kilometer lang emissionsfrei zu betreiben. Besonders interessant wird das für alle PV-Anlagenbesitzer, die ab 2021 nach und nach aus der EEG-Förderung herausfallen, weil ihre Anlage vor über 20 Jahren gebaut wurde. Für diese entstehen darüber hinaus ganz neue Geschäftsmodelle wie das Betreiben von Solartankstellen – diverse Anbieter haben die dafür benötigte Software bereits entwickelt. Innovative Geschäftsfelder eröffnen sich auch in vielen anderen Bereichen. So erweitern Solartechnikanbieter ihre Geschäftsfelder und bieten in Kooperation mit Herstellern Elektrofahrzeuge zum Verkauf oder Leasing an.

Netzengpässe durch Energiemanagement und Batteriespeicher vermeiden

Wie das Netzmanagement mit Elektrofahrzeugen funktionieren kann, wurde bei einem Feldversuch in Fellbach erprobt. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) hat ein Energiemanagementsystem für Haushalte entwickelt, das die Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen auf eine maximale Eigenstromversorgung durch Photovoltaikanlagen optimiert. Das System entwickelt und überwacht Ladefahrpläne und berücksichtigt dabei Ertragsprognosen und die Haushaltslast. So hat die Photovoltaik durch die intelligente, vorausschauende Steuerung an einem sonnigen Tag 86 Prozent des Ladestroms geliefert. Ohne den Ladealgorithmus wären es nur 46 Prozent gewesen.

Bei einem intelligenten Zusammenwirken von Erneuerbaren Energien und Speichern lassen sich Netzengpässe im Zusammenhang mit der Elektromobilität weitgehend vermeiden: Durch den Einsatz von Solarstromanlagen mit Batteriespeichern können in Ortsteilen mit privater Ein- und Zweifamilienhausbebauung rund 60 Prozent aller angeschlossener Haushalte mit einer eigenen 11 kW-Ladestation für Elektroautos versorgt werden, wie eine aktuelle Studie der TU Braunschweig gezeigt hat. Dadurch wird das normale Stromnetz deutlich entlastet. Inzwischen werden die meisten aller neuen Solarstromanlagen nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) gemeinsam mit einem Batteriespeicher installiert.

Immer mehr Initiativen entstehen und Ideen werden umgesetzt. So liefert im neuen Mitarbeiter-Parkhaus einer Neckarsulmer IT-Firma eine 750-kW-PV-Dachanlage den größten Teil des Stroms für 50 Ladeplätze. Ein Lastmanagement ermöglicht es, den Strom gezielt zu leiten. Sollte beispielsweise ein Mitarbeiter mehr Ladeleistung benötigen und ein anderer mit wenig auskommen, kann das Lastmanagement den Anforderungen entsprechend steuern – auch, ob selbst erzeugter Solarstrom genutzt werden soll oder Strom aus dem öffentlichen Netz zugekauft werden muss.

Experten-Interview zum Thema mit Carsten Körnig, Geschäftsführer Bundesverband Solarwirtschaft (BSW)

Konferenz-Sessions zum Thema:

Digital Transformation: Bringing Ecology and Efficiency to Billing Processes

Bidirectional/Smart Charging: Using the Full Potential of Batteries

Power2Drive Messeforum, Halle C3: Vortragsblock zum Thema „PV & Elektromobilität“ zusammen mit dem Bundesverband Solare Mobilität, Donnerstag, 16. Mai, 13:30 – 16:00

Ausstellerliste

Elektrofahrzeuge und Photovoltaik – das Modell für eine zukunftsfähige Elektromobilität

Bild: Clickcon Photovoltaik Montagesysteme