Coalition of the Willing: Bidirektionales Laden bis 2030

Branchenneuigkeit – 1. August 2025

Elektrofahrzeuge sind mehr als nur saubere Fortbewegungsmittel – sie sind mobile Speicher mit enormem Potenzial für das Energiesystem der Zukunft. Beim sogenannten bidirektionalen Laden (V2X: Vehicle-to-Everything) können E-Fahrzeuge Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben – etwa ins Hausnetz (V2H), in öffentliche Gebäude, in Mehrparteienhäuser oder ins Stromnetz (V2G). Das bringt gleich mehrere Vorteile: Es entlastet Netze, stabilisiert die Stromversorgung, integriert volatile erneuerbare Energien und bietet Nutzern handfeste finanzielle Einsparungen.

Doch trotz ausgereifter Technik ist bidirektionales Laden in Europa bisher kaum verbreitet. Eine branchenübergreifende Initiative will das ändern: Die „Coalition of the Willing on Bidirectional Charging“ vereint Akteure aus Automobilindustrie, Energiewirtschaft, Ladeinfrastruktur, Digitalisierung, Forschung und Verbänden. Ihr Ziel: Die Voraussetzungen schaffen, damit bidirektionales Laden bis 2030 flächendeckend Realität wird – als Standard in Fahrzeugen, in Ladeinfrastruktur und im Energiesystem.

Klarer Zielhorizont: 30 % V2X-fähige Fahrzeuge bis 2030. In einem gemeinsamen Positionspapier definiert die Allianz eine Roadmap bis 2030:

  • Mindestens 30 % aller neu zugelassenen E-Fahrzeuge in Europa sollen bidirektionales Laden unterstützen.
  • Die Kommunikation zwischen Fahrzeugen, Ladesäulen und Stromnetzen soll europaweit interoperabel, sicher und standardisiert sein.
  • Nutzer sollen einfachen Zugang zu V2X-Diensten erhalten – etwa zur Integration in Haushaltsnetze, Wärmepumpen oder Batteriespeicher.
  • Neue Marktrollen wie der V2G Service Provider sollen geöffnet und fair reguliert werden, um Wettbewerb zu fördern.

Um den Markthochlauf zu ermöglichen, sind laut Coalition folgende Schritte unerlässlich:

  • Harmonisierung technischer Standards und digitaler Infrastrukturen in ganz Europa
  • Anreizsysteme und Förderprogramme, die V2X-Investitionen attraktiv machen
  • Faire Netzentgelte für mobile Speicher und klare Regeln zur Datenverwendung
  • Regulatorische Sandboxes, in denen innovative Modelle real erprobt werden können

Besonders im Licht der neuen EU-Vorgaben zur Netzflexibilität und der nationalen Dekarbonisierungsziele steht fest: Jetzt ist die Zeit für Umsetzung – nicht für weitere Pilotprojekte. Die Technologien sind einsatzbereit, was fehlt, ist ein markt- und rechtskonformer Rahmen, der Investitionen ermöglicht und Planungssicherheit bietet. Gemeinsam mit der Branche soll bidirektionales Laden zum europäischen Erfolgsmodell werden – für Bürger, für Unternehmen und für das Energiesystem der Zukunft.

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