Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Ladeinfrastruktur: Deutschland schließt zu den Niederlanden auf

Pressemeldung – Dienstag, 17. März 2026

Der Krieg im Nahen Osten treibt die Preise für Diesel und Benzin deutlich nach oben. Sie sind so hoch, wie lange nicht mehr. Umso wichtiger ist es, den Umstieg auf Elektromobilität und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Europäischen Union (EU) mit noch mehr Tempo voranzutreiben. Im Jahr 2025 gab es hohe Wachstumsraten. Knapp 1,9 Millionen rein elektrisch betriebene PKW und Lieferwagen wurden neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von über 30 Prozent. Ihr Marktanteil liegt nun bei 17,4 Prozent. Noch höher ist der Anstieg bei LKW mit über 70 Prozent. 2025 wurden mehr als 26.000 E-Trucks neu zugelassen. Parallel dazu entwickelt sich die Ladeinfrastruktur. In der EU gibt es mittlerweile über eine Million öffentliche Ladestationen und über 1.512 HDV-Ladepunkte (Heavy-Duty Vehicle Charging Points) für schwere Nutzfahrzeuge. Über aktuelle Vorschriften, die neuesten technologischen Entwicklungen rund um die Ladeinfrastruktur, die Elektrifizierung von Flotten und die Fördermöglichkeiten können sich Besucher auf der Power2Drive Europe vom 23. bis 25. Juni in München informieren. Alle wichtigen Player sind vor Ort. Die Power2Drive Europe ist die internationale Fachmesse für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität und Teil von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft. Zu ihren vier parallel stattfindenden Fachmessen erwarten die Veranstalter in diesem Jahr rund 2.800 Aussteller und mehr als 100.000 Besucher aus aller Welt.

Der Trend geht in der EU klar weg von reinen Verbrennern. Immer weniger Menschen entscheiden sich für einen Benzin- oder Diesel-PKW. Im Jahr 2025 sank ihr Anteil bei den Neuzulassungen auf 35,5 Prozent, das sind fast 10 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. E-Mobilität ist die Zukunft. Deshalb muss die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden. Die EU hat das Ziel ausgegeben, bis 2030 mehr als 3,5 Millionen Ladepunkte zu errichten. „Die Ladeinfrastruktur ist das Rückgrat der Elektromobilität. Sie bietet Verbrauchern Strom und Energiesicherheit und entwickelt sich in den EU-Mitgliedstaaten in einem beispiellosen Tempo weiter. Um diese Dynamik aufrechtzuerhalten, benötigen wir Investitionen und die Zusammenarbeit öffentlicher und privater Partner. Gemeinsam mit Innovationen ebnet dies den Weg zu einem vernetzten, zugänglichen und zukunftsfähigen Netz“, sagt Chris Heron, Generalsekretär beim Branchenverband E-Mobility Europe.

Es gibt jedoch große Unterschiede in der EU. Einige Länder machen Tempo, andere bremsen. Die Top-Länder beim Ausbau sind weiterhin die Niederlande, Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien. Das Rennen um Platz zwei ist allerdings vorbei, denn Deutschland hat sich im vergangen Jahr deutlich von Frankreich abgesetzt und zieht nahezu gleich mit dem langjährigen Spitzenreiter Niederlande. In Deutschland sind die öffentlich zugänglichen Ladepunkte im Durchschnitt etwa 2,3 Stunden pro Tag belegt. Ihre Auslastung liegt bei knapp zehn Prozent. Das hängt von der Tageszeit, dem Standort und manchmal auch der Saison ab. Deutschland und Frankreich setzen weiterhin auch auf Schnellladestionen, hingegen ist in einigen ost-, mittel- und südeuropäischen Ländern das Laden generell immer noch schwierig. Es fehlt an Infrastruktur in Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, der Tschechischen Republik, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Malta, Griechenland, Luxemburg und Irland. Der Ausbau wird häufig auch durch Engpässe in den Stromnetzen und lange Genehmigungsverfahren ausgebremst. In Europa dauert die Genehmigung oft zwei Jahre, in China weniger als sechs Monate. In Zukunft soll es schneller und leichter gehen. Ende 2025 stellte die Europäische Kommission ein Paket an Maßnahmen vor – weniger Bürokratie, digitalisierte Verfahren, One-Stop-Shops. Bei Genehmigungen ist künftig die Marktreife entscheidend und nicht mehr, wann der Antrag gestellt wurde.

Deutschland schließt an Ladepunkten zu den Niederlanden auf. © Solar Promotion GmbH

Mit nationalen Förderprogrammen wollen einige Länder – darunter Deutschland – den Kauf von E-Fahrzeugen und den Ausbau der Ladeinfrastruktur ankurbeln. In Deutschland sind an unbewirtschafteten Rastanlagen entlang der Bundesautobahnen Schnellladepunkte für batterieelektrische LKW geplant. Die Bundesregierung stellt dafür 1,6 Milliarden Euro Fördermittel bereit. Die EU-Kommission hat die Subventionierung genehmigt.

Einheitliche Normen fürs Strom tanken

Damit das Laden in der EU einheitlicher wird, gelten seit dem 8. Januar 2026 neue Vorgaben. Sie regeln, wie öffentlich zugängliche Ladepunkte technisch ausgestattet sein müssen. Alle neu installierten oder erneuerten öffentlichen AC-Ladepunkte (Wechselstrom) müssen die Norm EN ISO 15118-2:2016 erfüllen und brauchen ein sogenanntes PLC-Modem. Darüber tauschen Fahrzeug und Ladepunkt alle wichtigen Informationen aus. Wer unterwegs ist und sein Auto laden möchte, braucht eine Roaming-App oder Ladekarte. Die nächste Stufe tritt dann am 1. Januar 2027 in Kraft. Sie gilt für neue öffentlich zugängliche AC-Ladepunkte, für DC-Ladepunkte (Gleichstrom) sowie für private Mode-3-Ladepunkte. Alle müssen den weiterentwickelten Standard EN ISO 15118-20:2022 unterstützen. Er deckt weitere Funktionen ab, etwa bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid). Die Autobatterie nimmt nicht nur Strom auf, sondern kann ihn auch wieder abgeben. Erweiterte Plug-&-Charge-Fähigkeiten ermöglichen zudem, dass der Ladevorgang automatisch startet, sobald das Kabel eingesteckt ist – ganz ohne App oder Karte.

Forum und Konferenz haben die Zukunft im Blick

Das Power2Drive Forum bietet an allen Messentagen die Möglichkeit, mit wichtigen Akteuren der Branche in Kontakt zu kommen – Herstellern, Händlern, Start-ups und professionellen Anwendern. Bereits einen Tag vor Messebeginn treffen sich führende Experten auf der Power2Drive Europe Conference (22.-23. Juni). Im Fokus stehen die neuesten Entwicklungen in der E-Mobilität, politische Rahmenbedingungen, neue Geschäftsmodelle, bidirektionales Laden sowie Best Practises. Zentrale Fragen sind, wie sich die gestiegene Nachfrage beim Laden und die Netzkapazität miteinander in Einklang bringen lassen und wie Europa seine Position im globalen Wettlauf um Elektrofahrzeuge sichern und ausbauen kann.

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