Starke Stromspeicher auf Rädern - SmartEn Positionspapier

Trendpapier – 29. Juli 2025

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Der europäische Verband smartEn beleuchtet in seinem aktuellen Positionspapier „Integrating Heavy-Duty Vehicles in the Electricity System“ eindrucksvoll die zentrale Rolle schwerer Nutzfahrzeuge (HDVs) für die Verkehrswende: Lkw und Busse sind für rund ein Viertel der CO₂-Emissionen im Straßenverkehr der EU verantwortlich – das entspricht etwa 6 % der gesamten Treibhausgasemissionen der Union.

Um dem entgegenzuwirken, hat die EU ambitionierte Ziele formuliert: Bis 2030 sollen die Emissionen in diesem Sektor um 45 %, bis 2040 sogar um 90 % reduziert werden. Zudem dürfen ab 2030 nur noch emissionsfreie Stadtbusse neu zugelassen werden. Prognosen zufolge werden bis 2030 rund 600.000 batterieelektrische Lkw auf europäischen Straßen unterwegs sein – etwa die Hälfte aller Neuzulassungen.

Doch der Hochlauf bringt erhebliche Anforderungen an die Energieinfrastruktur mit sich. Schon heute stoßen viele Länder – etwa die Niederlande oder Polen – beim Ausbau der Netzanschlüsse an ihre Grenzen. Der zusätzliche Leistungsbedarf durch E-HDVs könnte europaweit auf bis zu 20 Gigawatt steigen – das entspricht etwa 5 % der maximalen Netzlast. Um solche Lastspitzen zu vermeiden und die Energieversorgung zuverlässig zu sichern, braucht es intelligente, netzdienliche Lösungen.

Eine dieser Lösungen liegt im bidirektionalen Laden – also in der Fähigkeit elektrischer Fahrzeuge, nicht nur Strom zu beziehen, sondern auch wieder abzugeben. SmartEn plädiert in seinem Paper für die rasche Integration dieser Technologie und legt konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Industrie und Netzbetreiber vor:

Smartes und bidirektionales Laden ermöglicht, Lkw gezielt dann zu laden, wenn überschüssiger Ökostrom – z. B. mittags aus PV-Anlagen – zur Verfügung steht. Ein Müllfahrzeug etwa fährt morgens seine Route und lädt am Nachmittag solar. Mit Batteriegrößen von 250 bis 600 kWh bieten HDVs ein Vielfaches der Speicherkapazität eines Pkw – ideal zur Nutzung volatiler Erneuerbarer.

HDVs können als mobile Speicher agieren: Sie nehmen überschüssigen Strom auf und geben ihn bei Bedarf ins Netz zurück. Ihre planbaren Einsatzmuster machen sie ideal für Anwendungen wie Lastmanagement oder Netzstabilisierung. Die Strommarktreform (EMD) schafft die Grundlage, damit Flotten künftig am Energiemarkt teilnehmen und als Systemdienstleister auftreten können.

Der Total Cost of Ownership (TCO) von E-Lkw ist in vielen Ländern bereits günstiger als bei Dieselmodellen. Mit smartem Laden können Flottenbetreiber zusätzlich sparen: Studien zeigen bis zu 15.000 € Einsparung pro Jahr für eine Flotte von zehn Fahrzeugen – allein durch intelligente Ladeplanung. Bidirektionales Laden bietet darüber hinaus Erlöspotenziale durch Netzservices.

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